Samstag, 3. Oktober 2015

Wärmedämmung, etc.

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit und nur als grober Faden gedacht)

1. Warum Wärmedämmung?

Na um Energie zu sparen.

Eine Bauteil - z.B. eine Wand - läßt pro Quadratmeter (m²) gewisse Menge Energie (hier meist in kWh ausgedrückt) durch ...je besser das Bauteil "dämmt" (also den Energiefluß dämpft), desto weniger geht verloren.
Dies ist auch abhängig vom Temperaturunterschied (K=Kelvin) zwischen den beiden Seiten des Bauteils, am Haus z.B. Innenraumtemperatur (Ti) und Außentemperatur (Ta).
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Etwas Hintergrundwissen:

Hier gleich mal die Einheit dieses "Wärme- od. Energieverlustes" bezogen auf das Bauteil:
(Bauteil = Materialart + Bauteilstärke)

W/m²K ...in Worten "Watt pro Quadratmeter und Kelvin"

(1 Kelvin entspricht einem Grad Temperaturunterschied)

1 W/m²K heißt also, daß das Bauteil auf der Fläche von einen Quadratmeter pro K (also: pro 1 Grad Differenz) zwischen den beiden Seiten (z.B. innen/außen) 1W an Wärmeenergie durch läßt.

Bei -10°C außen und +20°C innne wären es dann schon 30K Differenz, also 1W/m²K x 30K = 30W/m².

Hat man dann z.B. 300m² dieses Bauteils (z.B. Außenwand des Hauses), dann sind das 1W/m²K x 30K x 300m² = 9000W bzw. 9kW.

Diese dadurch verlorene Wärme muß dem Haus wieder zugeführt werden, sonst kühlt es aus / bleibt nicht warm.

Mal ein paar Beispiele für Baustoffe und deren "Wärmeverluste":

PS: WLG heißt Wärmeleitgruppe und ist nützlich für den Vergleich unabhängig von der Dämmstärke.
Sie ergibt sich aus der Wärmeleitfähigkeit λ (Lambda) eines Stoffes (WLG035 = λ=0,035).

Dammstoffe:

Mineralwolle WLG035 (Steinwolle, Glaswolle)
gleiches gilt für Polystyrol ("Styropor") WLG035
10cm dick: ca. 0,33 W/m²K
16cm dick: ca. 0,21 W/m²K
20cm dick: ca. 0,17 W/m²K

Holzweichfaser flexibel WLG040
10cm dick: ca. 0,37 W/m²K
16cm dick: ca. 0,24 W/m²K
20cm dick: ca. 0,19 W/m²K

im Gegensatz dazu mal eine Wand aus modenren Ziegelbaustoffen:

in etwa Standard (λ=0,12)
24cm dick: 0,46 W/m²K
36cm dick: 0,32 W/m²K
42cm dick: 0,27 W/m²K

mit akt. bestem Dämmwert (λ=0,07)
24cm dick: 0,28 W/m²K
36cm dick: 0,19 W/m²K
42cm dick: 0,16 W/m²K

Man erkennt:
Ein 36er Ziegel der akt. best. Ausführung (z.B. Poroton T7) dämmt so gut wie 20cm Holzweichfaser oder 18cm Mineralwolle.
Der häufig verbaute "normale" Ziegel (λ=0,12) kann bei 36cm Stärke gerade mal mit 10cm Mineralwolle mithalten.

Dies nur mal, da viele noch immer meinen ein "guter Ziegel" könnte die Dämmung ersetzen.
Hier handelt es sich aber um ein "Märchen der Ziegelindustrie".
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2. Wieviel Wärmedämmung?

"Soviel wie gerade noch sinnvoll ist."

Im Neubau sollte man mind. akt. KfW-Effizienzhaus-70-Kriterien erreichen
oder sich an folgenden Werten orientieren:

Außenwände, Dach max. 0,15W/m²K.
Kellerwände max. 0,20W/m²K.
Die stärkere Dämmung der Außenwand sollte sich ein Stück ins Erdreich noch fortsetzen (entlang Bodenplatte bzw. Kellerwand).
Unter Bodenplatte darf es etwas mehr sein, da dort auch im tiefsten Winter Plusgrade vorzufinden sind.
Im Randbereich und von dort aus ca. 1m unter die Bodenplatte rein sollte man aber die 0,15 bzw. 0,20W/m²K nicht überschreiten.

Und von was hängt das ab?
- Wie kalt die Region im Winter ist, in der das Haus steht.
- Wieviel Platz man hat (schmales Grundstück, beengte Bauweise, etc.)

Was bringt das denn?
Die Vorteile einer guten Wärmedämmung sind vielfältiger als man denkt.
So spart man nicht nur äquivalent Heizenergie.
Auch die Heizungsanlage kann kleiner und teils auch einfacher ausfallen, wenn man nur kleine Mengen an Wärme bereitstellen muß.
Ebenfalls sind bei guter Wärmedämmung manche Heizsysteme erst sehr effizient und rentabel, so z.B. die Wärmepumpen und Heizungen auf Basis von Solarthermie.
Und nicht vergessen sollte man, daß auch der Wohnkomfort, das Wohlgefühl in so einem Haus höher ist und auch der (Verkaufs-)Wert inzw. erheblich niedriger ist wenn ein Haus unzureichend gedämmt ist.

3. Welche Wärmedämmung?

Da sind wir nun bei einem heiß diskutiertem Punkt angekommen ...einer Art Glaubensfrage.

Ich für mich kategorisiere das salopp so:

Geht (fast) gar nicht:

Polystyrol (PS, XPS, EPS, etc.)
- Das sehe ich nur in Bereichen mit anstehender Feuchte, sprich unter der Erde - im Bereich Keller/Bodenplatte.
- Zudem noch als eine von versch. Möglichkeiten der Dämmung unterm Naßestrich (Fließestrich, Betonestrich, etc.).
- PS hat rel. schlechte Eigenschaften bezügl. Schallschutz, ist alles andere als umweltfreundlich (üblicherweise ein Erdölprodukt), es ist nicht hitzebeständig.
- Zudem kann es keine nennenswerte Wärme puffern und es ist auch kein freuchteregulierenden Aufbau (z.B. wg. Algenvermeidung) möglich.
- Der sommerliche Wärmeschutz kann damit nicht/kaum gewährleistet werden.

Gut und günstig:

Mineralwolle, hier bevorzugt Steinwolle (weniger Glaswolle)
- Kann sowohl innen als auch außen (Fasade) eingesetzt werden.
- Ist schwerer als PS, was zusammen mit der Struktur für einen besseren Schallschutz sorgt.
- Das mehr an Gewicht bringt auch etwas mehr Wärmepufferung mit sich.

Sehr gut:

Holzweichfaser, Hanffaser, etc.
- Ökologisch gut.
- Gute Geräuschdämmung, gute Wärmepufferung und guten sommerlichen Wärmeschutz ...was man gut am relativ hohem spezif. Gewicht festmachen kann.
- Bei der Entsorgung (vorgeschrieben ist meist therm. Verwertung = Verbrennung) entsteht kaum etwas anderes als bei der Verbrennung von Holz.
Zellulose
- Ökologisch und bezügl. der Vorteile aus rel. hohem spezif. Gewicht in etwa wie Holzweichfaser.

Natürlich gibt es noch mehr Dämmstoffe, welche sich aber wegen ähnl. Beschaffenheit und damit ähnl. Eigenschaften hier meist leicht mit einordnen lassen.

Ziegel sind kein Dämmstoff-Ersatz.
Sie enthalten heute Leichtzuschläge (in den Grundstoff mit reingemischt) und teils Isoliertstoffe als Füllung. (Es gab wohl auch schon mal eine Firma die gesundheitsschädliche Abfälle (Fasern) mit reingemischt hat - dürfte es aber akt. nicht mehr geben).
Ein gleichdicker Ziegel hat etwa 3-4 mal soviel Verluste als ein gebräuchl. Dämmstoff.
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Wir haben uns für Holzweichfaser entschieden.
Außenwand: 40mm in der Installationseben (also innen), 160mm im Gefache des Holzständerbaus, 100mm außen als Fasadendämmung. U-Wert ca. 0,14 W/m²a.
Dach: 240mm Zwischensparrendämmung in Holzweichfaser, darüber 35mm Holzfaserdämmplatten. U-Wert ca. 0,16 W/m²a.

Sowohl im Winter als auch für den sommerlichen Wärmeschutz (Phasenverschiebung der Wärmedurchdringung) haben wir beste Erfahrungen damit gemacht.
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Leider komm ich akt. nicht dazu dies weiter auszuführen.
Bei Fragen einfach über Kontaktformular anfragen.

Gruß
-Martin-

Sonntag, 30. August 2015

Bildersammlung

1. Haus

Dusche OG


Gäste-Dusche EG


2. Heizung

3. Lüftung
Ansaugung Planung Vers.1:








4. Außenanlagen

5. Sonstiges

Tel./LAN-Anschlüsse

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Hauswasserwerk, Zisterne

HWW kpl.
links der Umschalter auf Trinkwassernachspeisung
oben der Druckwächter/-schalter
das graue ist der Trinkwassser-Tank

Typschild des kpl. HWW

Typschild des Umschalter für Ansaugung (Zisterne / Trinkwasser)
1", 3x Außengewinde

Druckwächter/-schalter


6. Sonstiges - nicht Haus







Sonntag, 26. Juli 2015

Hausbau - unser Haus und viel nützliche Information

Hausbau - unser Haus und viel nützliche Information

Diese Seite soll einen Überblick über unsere Bauphasen und einzelne Gewerke geben,
und zugleich auf detailierte Informationen hinweisen.
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Wir wohnen heute in "unserem Traumhaus":
Bild vom Frühjahr 2009, ca. 4 Monate nach Einzug.

Aber bis dahin war es natürlich ein langer stein... naja - eher holziger Weg :o).
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Die Idee:

Wie es vielen geht, so waren auch wir mit so einigen Details unserer Mietwohnung nicht wirklich zufrieden ...und kannten einige die sich den Traum vom eigenen Haus bereits verwirklicht hatten.

So zogen wir etwa ab dem Jahr 2005 los und betrachteten die Neubauten die uns so über den Weg liefen.
Anfangs nur so beim Spaziergang ...später dann gezielt, auch mal in Neubaugebieten und in einem Musterhauspark.

In 2006 wurde unser Bild von den Wünschen etwas runter ...und wir haben uns das erste Haus konkreter angesehen: Ein Reihenmittelhaus kurz vor Fertigstellung (Bauträgerhaus) ...noch mit ein paar Optionen eigene Wünsche mit unterzubringen.

Irgendwie war es dann aber doch nicht unseres, vor dem Haus Platz für 2 Autos und 2 Mülltonnen zu haben und hinterm Haus auf ähnlicher Fläche ein kleine Terrasse und vor allem viel Zaun zum Nachbarn ...ganz nah an jedem Ort des Gartens. Die Krönung war dann noch ein großer, schwarzer Hund im Nachbarsgarten ...der ständig zu bellen schien.

Wir fingen an unsere Wünsche weiter zu konkretisieren und steckten die ersten Punkte ab:

1. Eigentlich wollten wir am liebsten ein Holzhaus, wir lieben ja beide Holz, als Bäume wie als Werkstoff.

2. Wollte ich dann doch schon etwas Garten ...ideal wohl ca. 1.200qm Grund - so die Idee.

3. Auch Fensterflächen (Licht) und Wärmedämmung (Wohlgefühl und geringer Heizbedarf) waren im anfangs betrachteten (Stein-)Haus wohl nach damals aktueller Erkenntnis nicht gerade der Hit ...also mehr Fenster (so wie in damals akt. Mietwohnung), und geringer Wärmebedarf wurden gesetzt.

Nur wie das realisieren? Mit wem bauen? Was genau bauen? Und vor allem wohin?

4. Es sollte ein Ort mit einigermaßen Infrastruktur sein (meine Frau stammt aus der Stadt, ich aus einem 1.200-Seelen-Dorf), am besten Eilzug- oder S-Bahn-Stadion.

Von der Kostenseite schieden die angrenzenden Kreisstädte nahezu aus. So blieben vor allem die größeren Orte zwischen und um diese Städte ...oder max. Randgebiete einer Stadt.

Die ersten Termine mit Holzhausbaufirmen bzw. bei Rohbaubesichtigungen waren absolviert.
Neue Ideen mitgebracht, wie z.B. Pelletsheizung, Infrarot-Strahlungsheizung, Wandheizung, Lehmputz.

Vor allem aber die Erkenntnis: Eigentlich kennen wir uns noch gar nicht aus ...wissen nicht was möglich ist und auf was man achten müsste.

Da kam mir mein damaliger Beruf im Bereich Planung und Projektleitung dann doch sehr entgegen und ich zog das ganze nun wie ein großes Projekt auf.

Ich laß tausende von Seiten an Informationen - u.a. über Heizungen wie die Wärmepumpe. Dann beschaffte ich mir Tickets für Fachmessen für Fensterbau und Heizungsbau, besuchte div. Verbrauchermessen (Kontakte/Gespräche mit Baufirmen, Architekten, Handwerkern) und versuchte mir möglichst viele Informationen zu verschaffen, diese zu hinterfragen, zu diskutieren, etc.

So verging die Zeit und wir waren bereits im Herbst 2007 angekommen. Schön langsam wollten wir Nägel mit Köpfen machen. Unser Vorstellungen hatten sich auch längst weiter konkretisiert.
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Ich hatte mir unter anderem dieses Buch gekauft, welches ich auch heute noch sehr nützlich finde ...vor allem da meist einfach erklärt ...aber doch im Anhang mit techn. Details für einen tieferen Einstieg.

...inzw. mehrfach überarbeitet ...ich hab die 3. Auflage von 2007

Ratgeber-energiesparendes-Bauen

PS: Nur zum Thema "Wärmepumpe" hat der Autor wohl ein etwas gespaltenes Verhältnis.


Zudem hatte sich bezügl. Heizung die Auswahl reduziert:

1. Großflächige Solarthermieanlage (50-70qm) mit riesigem, über 2-3 Stockwerke ragenden Pufferspeicher. Dazu für "sonnenscheinarme" Phasen einen wasserf. Pelletsofen im Wohnzimmer.
Das war lange unser Favorit.

2. Erdwärme. Angedacht war ein Flächenkollektor - teils in Eigenleistung.

3. Eine Pellets-Zentralheizung und 2-3 Platten Solarthermie für den Sommer.
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Also mußten ein paar Firmen her, welche als Baufirma in Frage kamen für uns.
Ich fragte 2 regionale Firmen an, und wühlte mich durchs Internet, in der Hoffnung dort noch auf ein paar Holzhausbau-Firmen zu stoßen.

Die Vielfalt war überragend, und ich habe nach ca. 60 besuchten Websites zu Holzbaufirmen dann erst mal aufgehört weiter zu suchen und mir diese näher angesehen.

Als erstes aussortiert bezügl. "individuelle Bauweise", da wir mit fertigen Grundrissen (kinderlos, ohne Keller, Wunsch nach eher altmod. Raumaufteilung) nichts gefunden hatten.
Habe dann etwa die Hälfte davon angeschrieben bzw. mit denen telefoniert, unter Nennung der Wünsche die schon bekannt waren: "Individuelle Planung, ökologische Bauweise, mind. KfW60 (damals nach EnEV2004), Wärmepumpe oder Pellets oder großflächige Solarthermie + Ergänzungsheizung".

Es gab 12 Rückmeldungen (aus ca. 30 !!!) mit teils eher abschreckenden Aussagen.
Nach weiteren Telefonaten blieben 4 (von anfaengs ca. 60 ...und das innerhalb ca. 3 Wochen) übrig - na toll - "Auswahl" hatte ich mir anders vorgestellt.

Diese 4 also zu uns eingeladen.
Eine wollte gar nicht kommen.
Einer kam, wollte aber von individuell nichts mehr wissen und bot uns einfachste Musterhäuser an. Der war länger unterwegs zu uns als er bei uns dann war - haben wir heimgeschickt.
Dann kam Hr. B. mit seiner ruhigen Art, hat alles aufgenommen, gemeint das kriegen wir mit dem Budget sicher hin und er würde uns die nächsten Tage ein Angebot vorbeibringen (was dann aber doch knapp 2 Wochen dauerte).
Zum Schluß kam noch der 4. Anbieter (Chef persönl. zusammen mit einem Architekten), mit echt prima Ansichten, vielen guten Ideen, sicher excellenter Qualität u. Individualität, usw.

Nach ein paar Wochen hatten wir also 2 Angebote vorliegen ...das vom letzteren war ca. 50% über dem von Hr. B./Wolf-Haus und hätte uns doch entweder überfordert (Wunscherfüllung) oder stark eingeschränkt (was wir mit angedachtem Budget bekommen hätten).

Wir haben uns dann bei WH mit Hr. B. ein paar Häuser im Bau bzw. schon bewohnt angesehen. Die Bewohner waren überglücklich und auch in einer ruhigen Minute (ich lenkte Hr. B. u. den Hausherrn mit Technikfragen ab) war nur Positives zu hören (meine Frau sagte sie müsse auf's WC und hat am Weg dorthin die Frau mal "unter 4 Augen" gefragt ob das nicht recht schlimm ist so ein Bau und wie's denn mit den Handwerkern so geklappt hat, etc.).
Dann war noch Tag der offenen Tür bei WH und wir sind der Einladung gefolgt, haben den Aufbau eines Hauses dort am Gelände verfolgen können, konnten mit Handwerkern reden, sahen wie gearbeitet wurde, konnten unseren (inzwischen) Wunschdämmstoff Holzweichfaser mal sehen / anfassen, usw.
Kurz wir hatten am Ende ein echt prima Gefühl mit der Firma, was sich - bis auf eine (inzw. entlassene) unfähige Bürokraft - auch am Ende bestätigt hat.
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So, weiter bin ich bisher nicht gekommen ...gerne würde ich hier noch viel mehr berichten, aber leider hab ich dazu einfach nicht die Zeit.

Sollten gezielt Fragen sein ...einfach Fragen (Kontatkformular).

Gruß
-Martin-
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03.10.2015  Kurzes Update zur heutigen Situation - ca. 7 Jahre nach Einzug

Kurz: Wir sind immer noch sehr zufrieden - überglücklich bzgl. unseres Hauses, unserer Wahl.

Vorab:
Es ist ein KfW40-Haus (nach EnEV2004) geworden.
Die U-Werte der Außenbauteile liegen zw. 0,13 und 0,16, die (sehr vielen) Fenster haben Uw=0,89 (Passivhausfenster), die Haustüre ist ebenso ausgeführt.
Wir heizen mit eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrung (Tecalor TTF5cool, integr. WW-Speicher, kein Puffer, 2x 45m Doppel-U-Sonde).
139qm der 147qm Gesamt-Wfl. sind mit einer hochwertigen, sehr eng verlegten Fußbodenheizung ausgelegt. Es gibt keine Einzelraumregelung (Thermostate) in den Räumen.
Es ist eine zentrale kontrollierte Wohnraumlüftung installiert, mit Wärmerückgewinnung und Feuchterückgewinnung/-regulierung (Hoval Homevent RS-250).

Qualität / Reparaturen / Wartung

Die Qualität des Hauses und seiner Einzelbauteile sind sehr gut.
Wir mussten in den 7 Jahren einen (von uns damals selbst installierten) Wasserhahn tauschen (ging auf Kulanz) und ein Lagerschaden beim Lüftungsgerät wurde behoben (Serienfehler; ging auch auf Kulanz).
Sonst war bisher absolut nichts, kein Defekt, kein Klemmen, keine Abnutzung, keine ungeplante Wartung.

Im nächsten Jahr werden wie die Holzfenster wohl neu streichen müssen - das war uns aber vorher bewußt, daß dies noch vor dem 10. Jahr folgen wird.

Wohngefühl

Ein Traum!
Gerade jetzt im Herbst ist es eine Freude in unsere kuschelig-warmes Haus zu kommen ...gleichzeitig zu wissen, das wir uns warm wohl stets leisten können bei diesen geringen Heizkosten.
Die Heizung ist akt. aus - trotz um die 0°C nachts. Ich hab heut morgen den Kaminofen kurz angeschürt ...für kuschelige Frühstückstemperaturen.
Aber auch im Sommer ist es angenehm bezügl. Temperatur und Luftfeuchte.

Heizung / KWL / Verbrauch

Sicher ein Thema das viele interessiert: Die Heizkosten.

Ich sollte wohl dazu sagen: Wir wohnen in einer sehr winterkalten Region (bisher -28°C), das Haus steht doch recht im Wind (Südhang, 2 Seiten kpl. frei), wir sind bei vielem zurückhaltend, aber nicht bei warmen Räumen und warmem Duschen.

Ich hab nun Aufzeichnungen von 2009-2014 und im Schnitt folgende Werte:

Strom gesamt: 4.797 kWh/a (Ökostrom, aktuell von ENTEGA)
Strom Heizung: 2.587 kWh/a (Sole-Wärmepumpe, Umwälzpumpen, Steuerung)
Strom KWL: 599 kWh/a (errechnet aus div. Verbrauchs-Momentaufnahmen)
Strom Haushalt: 1.611 kWh/a (ja darauf sind wir stolz!)

Der Wirkungsgrad der Wärmepumpe kann nur näherungsweise ermittelt werden, da der Wärmemengenzähler nur für Heizen - nicht für Warmwasser - wirkt.
Zusammen mit dem von uns geschätztem WW-Verbrauch ist die JAZ ca. 4,3.
Das ist für die recht kleine (5,8kW) und noch eher "herkömmliche" Wärmepumpe meine ich kein schlechter Wert. Daß wir mit der Konstellation JAZ-Rekorde brechen hatte man uns ausdrücklich nicht in Aussicht gestellt.

Wir nutzen keinen Heiz-/Wärmepumpentarif, sondern normalen Haushaltsstromtarif.
Für 2.587kWh zahlen wir akt. 539,20 EUR an Heizkosten (22,93 Ct/kWh).
Dabei gönnen wir uns mind. 22°C in nahezu allen Räumen (außer SZ, Speis, Technikraum) - im Bad noch 1-2 Grad mehr.

Der Ordnung halber: Wir verschüren zudem noch ca. 1,5 Raummeter Holz pro Jahr.
Der Kaminofen führt aber sicher nicht zur Heizkostensenkung, da er ungeschürt leider eher wie ein Kühlkörper im Wohnzimmer wirkt: Kalte Luft aus externer Verbrennungsluftzufuhr (die Schieber sind wohl nicht wirklich dicht) erwärmt sicht im Ofen und steigt im Kamin hoch ...der Ofen wird dabei kalt.

Soweit das Update.
Fragen? Fragen! :o)

Gruß
-Martin-

Mittwoch, 27. November 2013

KWL: Allgemein

Hier will ich mal alles zusammentragen, was ich so über

kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL)

deren Vorteile, deren Varianten, Planung und Betrieb so im Laufe der Zeit gelernt habe.
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Nochmals der Hinweis:
Ich habe keinerlei finanz. Interesse hierbei, verkaufe oder warte keine KWLs, bin noch nicht mal in der Branche tätig. Es soll einfach nur ein "guter Rat" einer Privatperson sein.
So kann ich auch keinerlei Gewähr für die getroffenen Aussagen übernehmen.
Das gleiche gilt für Links und andere Empfehlungen / Weiterleitungen.

Aus gründen des Urheberrechtes und nur wenigen eigenen Bildern 
muß ich leider überwiegend auf Bilder zur Veranschaulichung verzichten.
___________

Ach ja:
Fragen dazu? Mehr Info gewünscht? Anderer Meinung? Fehler gefunden?
Dann schreibt mich an (Kontaktformular, Kommentar)
...und ich werde gerne weiter an der Seite arbeiten.
__________

In 2006 haben wir die ersten Pläne für ein eigenes Haus gesponnen. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung kam in's Gespräch und ich fing an mich hierzu zu informieren. Nach einiger Recherche, Gesprächen mit Fachleuten, auf Fachmessen, etc. war dann klar: Wir werden mit KWL bauen.
__________

Nun kamen schon oft die Fragen:

Was kostet eine KWL?
Welche der verschiedenen Arten ist für uns das Beste?
Wer kennt sich mit sowas aus, kann sowas planen und installieren?
Welche Fehler kann man machen?

...also weiter recherchieren, ...lesen, fragen, usw.
__________

Bevor wir nun weitermachen, gilt es ein paar Grundsätzliche Begrifflichkeiten zu klären:

KWL = kontrollierte Wohnraumlüftung
RLT-Anlage = raumlufttechnische Anlage

ZU bzw. Zuluft = Luft die im Raum ankommt
AB bzw. Abluft = Luft die aus dem Raum abgesaugt wird
Fortluft = Luft die aus dem Gebäude rausgeblasen wird
Frischluft = Luft die von außen angesaugt wird

WT = Wärmetauscher
WRG = Wärmerückgewinnung
FRG = Feuchterückgewinnung (/-regulierung)

G4 = Filterklasse, ausreichend für normale Verschmutzung, Staub, etwas Fettdampf
F7 = Filterklasse, hohe Abscheidung auch von feinem Staub, Rußpartikeln, Pollen
F9 = Filterklasse, die "Pollenallergiker"-Klasse die noch mehr Pollen aus der Luft raus nimmt
         auch zu empfehlen für Leute die Probleme mit Feinstaub haben

m³/h = cbm/h = Kubikmeter pro Stunde (Luftmenge)
n=x/h = Anzahl Luftwechsel pro Stunde,
         z.B. n=0,5/h heißt, daß in einer Stunde die halbe Raumluftmenge zugeführt wird,
         für einen Raum mit 4m x 4m und 2,5m hoch ...also 40m³ Volumen wären das dann 20m³/h

Weiter mit folgenden Posts:

1. KWL - warum?
      Für und Wider einer kontrollierten Wohnraumlüftung

2.1. Welche Art?
      Typen an KWL's und deren Unterschiede

2.2 Grundregeln
      Was man grundsätzlich beachten muß

2.3 Luftmengen
      Welcher Luftumsatz ist nötig?

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Die nächsten Punkte die ich hier behandle werden sein:


2.4. Wie soll man die Ventile anordnen? Und wieviele?


2.5. Rohrverlegung - was hat Vorteile?


2.6. Geräuschvermeidung - was ist zu tun?



2.8. Gerät montieren und anschließen


2.9. Welche Filter und wo?
Vorab schon mal: Abluftfilter selbstgenäht
__________

Sorry, aber ich komm aktuell nicht dazu hier weiter zu machen ...zuviel andere Themen / Arbeit.
Bei Fragen einfach an mich herantreten ...kein Problem.
__________
Hier wird noch gearbeitet ...immer wieder ein Stückchen ergänzt, so wie ich gerade Zeit und Lust habe.
-Martin-

KWL: 1. Warum?

1. Warum eine KWL?

Jedes Gebäude braucht einen gewissen Luftwechsel. Meist wird das über das öffenen der Fenster gemacht, so wie es Mama, Oma und die Urgroßmutter schon gemacht haben.

Nötig ist er um frische, sauerstoffreiche Luft in den Raum reinzubringen und verbrauchte Luft, Feuchte und Schadstoffe raus.

Leider ist diese Notwendigkeit in den letzen ca. 2 Generationen vielen Menschen nicht mehr bewußt gemacht worden und Schimmelbildung heute - trotz besserer Rahmenbedingungen - immer noch ein häufiges Problem.

So wäre ein ordentlichens Querlüften mind. 3x am Tag nötig ...wenn den ganzen Tag jemand daheim ist kann es auch ca. 6x täglich sinnvoll / notwendig sein.
Dabei werden Fenster komplett geöffnet, so daß es zu einem Durchzug und somit relativ schnellen Austausch der "belasteten" Luft kommt. Je nach Gegebenheiten und Jahreszeit / Kälte können hier im Winter weniger Minuten angebracht sein, oder wenn der Austausch langsam von statten geht auch mal eine Stunde.

Faustformel zur notwendigen Lüftungsdauer
bei vollständig geöffnetem Fenster:

Dezember, Januar, Februar:    4 bis 6 Minuten             
       März, November:    8 bis 10 Minuten   
            April, Oktober:    12 bis 15 Minuten   
          Mai, September:    16 bis 20 Minuten   
         Juni, Juli, August:    25 bis 30 Minuten   

(Quelle: Verbraucherzentrale Bayern)

Das kann aber erst mal nur ein "grober Anhaltspunkt" sein. Auf jeden Fall auch diesen Grundsatz beachten:

Bei jedem Lüftungsvorgang soll nur die Raumluft ausgetauscht werden.
Eine zu lange Lüftungszeit kühlt die Wände, Decke, Fußboden und Gegenstände im Raum ab und erfordert einen unnötig hohen Energieaufwand, um diese wieder zu erwärmen.

Weshalb sich eine Dauerlüftung oder Kipplüften folglich verbietet!

Nähere Info zu richtigem Lüften und dem was passieren kann wenn man das nicht macht,
findet man, wenn man folgenden Links folgt:

Also ich will damit nicht Angst machen,
sondern nur drauf hinweisen was passieren könnte und wie man das vermeidet.

Es gibt aber noch mehr was für eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) spricht.

So ist hier z.B. das Thema Komfort zu nennen:
- man braucht kein Fenster mehr zu öffnen, muß nicht mehr ans Lüften denken,
- man kann morgens sofort nach dem Duschen aus dem Haus
  ...muß nicht warten bis die Feuchte aus dem Bad rausgelüftet ist
- es gibt keine kalte Zufluft mehr
Steckmücken kommen nicht ins Haus, bleiben draußen
- es fällt weniger Staub im Haus an (bleibt in den Filter hängen)
weniger Geräusche von der Straße

Auch die Sicherheit wird gesteigert:
keine offenen Fenster als Einladung für Einbrecher
Kinder, Katzen, Vögel, etc. können nicht mehr zum Fenster rausfallen/-fliegen

Und auch gesundheitliche Aspekte gibt es durchaus:
keine Ansammlung von bedenklichen Stoffen wie Radon, giftigen Ausdünstungen
   (aus Kunststoffen, Schaumstoff, Farben, Textilien, Möbeln, Reinigungsmitteln, etc.),
   da die verbrauchte Luft regelmäßig abgeführt und durch Außenluft ersetzt wird
besserer Schlaf durch gleichmäßig frische Luft ohne hohe CO2- oder Feuchte-Werte
weniger Schwebstoffe (Staub, Ruß, etc.) kommen von außen rein bzw. sind innen vorzufinden
- deutliche Erleichterung für Asthmatiker und Pollenallergiker
- mit entspr. zusätzl. Technik kann auch zu feuchte und zu trockene Luft in den Räumen vermieden werden,
  was z.B. Schleimhautreizungen (durch zu trockene Luft) vermeiden/mindern hilft

und:
- bei Einsatz einer Wärmerückgewinnung auch weniger Heizwärmebedarf
keine Wasserschäden durch Regen und offene/vergessene Fenster
- mit Feuchterückgewinnung/-regulierung (FRG)
    - keine/weniger Risse in Holzböden, Holzmöbeln, etc.
    - keine/weniger Pflanzenschädlinge die bei zu trockener Luft auftreten
- zusammen mit einem  Luft-Erdwärmetauscher (Luft-EWT)
    - noch geringeren Heizwärmebedarf im Winter
    - deutlich verbessertes Klima im Haus bei schwülem Wetter (trockener u. etwas kühler)
usw.

Natürlich gibt es auch ein paar Punkte die nicht als positiv einzustufen sind,
die man aber in Kauf nehmen muß:
- die Filter muß man regelm. (etwa alle 6 Monate) wechseln (lassen)
- es entstehen Kosten für Filter und Betriebsstrom
- eine KWL bringt einen hohen Anfangsinvest mit sich

Andere manchmal als "negativ kommuniziertePunkte müssen nicht sein:
Geräusche durch die KWL lassen sich durch gute Planung vermeiden
Zugluft gibt es bei einer ordentlich geplanten KWL nicht
Störungen sind sehr unwahrscheinlich da meist hochwertige, industrietaugl. Technik verarbeitet ist.
- Keime/Bakterien gibt es bei einer ordentlichen Planung und Wartung nicht
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So, genug Für und Wider,
...nun schauen wir mal auf was man alles achten muß, wenn man eine KWL haben möchte:


KWL: 2.1 Welche Art?

...nun schauen wir mal auf was man alles achten muß, wenn man eine KWL haben möchte:

2. Was beachten?

Vorne weg:
Eine KWL ist kein Hexenwerk.
Alles was man dazu wissen muß ist für die meisten von uns recht leicht verständlich, nachvollziehbar.


2.1 Welche der versch. KWL-Typen ist die richtige?

Für mich ist die Antowrt schon klar ...aber hier mal ein paar versch. Systeme trotzdem abgehandelt.


2.1.1 einzelne Abluftanlage          weitere Info...

Diese wird z.B. in Toiletten ohne Fenster verwendet.
Sie saugt die belastete Luft ab (ähnlicher einer Dunstabzugshaube).
Es muß Luft aus den angrenzenden Räumen (Flur) nachströmen können.

So eine Anlage ist eine Notlösung* und sollte nur zeitweise benutzt werden, z.B. während der Nutzung der Toilette und bis ca. 15 Minuten danach (Nachlaufsteuerung).

*Hintergrund:

Es wird ein Unterdruck im Raum und in der ganzen Wohnung erzeugt, welcher durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle wieder ausgeglichen werden muß. In der Praxis wird Luft durch Öffnungen wie der Abluft-Dunstabzugshaube, dem Kaminofen oder evtl. gekippten oder undichten Fenstern "rein gezogen".

Teils ist dies nicht als sonderlich hygiensich zu betrachten (Dunstabzug) und teils sogar als gefährlich: Schwelt es im Ofen, dann wird hier hochgefährliches Kohlenmonoxid (CO) in den Raum gezogen - es droht akute Erstickungsgefahr! (Achtung! CO ist geruchslos und wird somit normal nicht bermerkt.)

Abhilfe kann man hier schaffen, wenn eine Steuerung verhindert, daß die Abluftanlage läuft ohne daß für eine ortsnahe und ausreichende Zuluft gesorgt wird. Das könnte z.B. ein Zuluftventil im gleichen Raum mit der Abluft-Absaugung (also meist WC od. Bad) sein, oder aber auch ein Fensterkontaktschalter, so daß die Lüftung nur läuft wenn das Fenster gekippt oder geöffnet ist.

Keine Abhilfe - aber evtl. eine rechtzeitige Warnung kann ein CO-Alarm verschaffen.
Solch ein Gerät bekommt man schon ab ca. 40€ in guter Qualität.
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Schon komisch: Wer denk schon an eine Lüftungsanlage als Grund für Erstickungsgefahr?

Vorteile:
Geringer Installationsaufwand.
Ein sonst recht intensiv "riechendes" WC kann entlüftet werden ohne daß der Geruch in den Flur geht.


2.1.2 zentrale Abluft mit dezentraler Zuluft         weitere Info...

Hier wird an ein oder mehreren Stellen Luft abgesaugt (üblicher weise Küche, Bad, WC, ggf. Technik-/Hauswirtschafts-raum).

Das Nachströmen der Luft wird nicht dem Zufall überlassen, sondern es werden in Wand oder Fensterrahmen Öffnungen gegen außen eingebracht, welche üblicherweise mit einem Filter und einer Justiermöglichkeit zur Einstellung der Luftmenge versehen sind.

Auch das ist nur eine absolute Notlösung*, wenn es ohne mechanischer Lüftung nicht geht.
In Neubauten geht sowas - meiner Ansicht nach - gar nicht!
Man kann nicht die Wände gut dämmen, hochdichte Fenster einbauen ...und dann "Löcher in die Wand machen" durch die kalte Luft einströmt!?!

*Hintergrund:
Die über die Außenwandventile nachströmende Luft ist Außenluft und somit ebenso kalt.
Eine Regulierung der (richtigen) Luftmenge pro Raum ist nur sehr schwer möglich ...schon eine offene Tür bringt die Luftmengen durcheinander.

Die Erstickungsgefahr wie unter 2.1.1. genannt ist weiterhin gegeben, wenn auch bei freigängigen Zuluftventilen stark vermindert.
Ich rate deshalb hier unbedingt zu einer Unterdrucküberwachung in Räumen mit Kaminofen, etc.
Also einem Sensor/einer Steuerung welche einen Unterdruck erkennt und die Lüftungsanlage dann abschaltet.                
                                   Info: Luftdruckwaechter                        weitere Info...


Variante zu 2.1.2             weitere Info...

Die Abluft kann auch über eine Abluftwärmepumpe gehen, wo dieser Wärme entzogen wird und für die Warmwasserbereitung genutzt.
Das könnte man dann auch als Warmwasser-Wärmepumpe bezeichnen, nur daß diese eben nicht einfach einem Raum Luft und Wärme entzieht, sondern gezielt in den "belasteten Feuchträumen" (Küche, Bad, WC, etc.) ansaugt.


2.1.3 zentrale Zu- und Abluft           weitere Info...

Hier wird jeder Raum passend bezügl. nötiger Zu- und Abluft ver-/entsorgt. Es gibt ein Zentralgerät - meist mit Wärmetauscher - und Zu- und Abluft-Kanäle u. -Ventile.
Für Neubau und Generalsanierung sehe ich dies als "einzig-beste" Lösung.

Dieses System kostet etwas mehr wg. der zusätzl. Verrohrung und des etwas aufwändigeren Gerätes. Aber es bringt auch mehr Nutzen und Komfort.

Vorteile u.a.:
- paßgenaue Regulierung möglich für eine individuelle/ideale Durchlüftung
- geringste Geräuschbelastung ("null Geräusche" durchaus machbar!)
- sehr effektive Wärmerückgewinnung (meist serienmäßig)
- zentrale Luftvorwärmung möglich (mit versch. Systemen)
- maximaler Komfort (keinerlei "kalte Zonen", etc.)
- Einsatz einer Feuchterückgewinnung / -regulierung möglich

Nachteile u.a.:
- höherer Invest (hält sich aber vor allem bei Rohrverlegung in Eigenleistung stark in Grenzen)
- schlechtere Nachrüstbarkeit in Bestandsbauten
- wenn schlecht gewartet wird: hoher Reinigungsaufwand ...aber das kann man ja vermeiden

_________________________

TIPP:

Ich rate zu genauer dieser Type, also zur

zentralen Zu- und Abluft-Anlage
mit Wärmerückgewinnung.
_________________________



2.1.4 dezentrale KWL                  weitere Info...

Bei diesem System wird in jeden zu belüftenden Raum ein kleines Lüftungsgerät installiert. Es gibt wandhängende Aufputzgeräte, Geräte die man am Fenster installiert und auch kaum sichtbare Geräte welche in einem Wanddurchbruch (z.B. Kernbohrung) installiert werden.

Diese Geräte haben Abluft- und Zuluft-Funktion und meist einen Wärmetauscher integriert.
Teils wird zugleich Abluft rausgeblasen und frische Zuluft in den Raum eingebracht ...z.B. über einen Kreuzwärmetauscher. Andere Systeme arbeiten mit einem Wärmespeicher, dieser wird beim Abführen der warmen Abluft erwärmt, dann wird die Blasrichtung des Ventilators umgeschalten und kalte Außenluft gelangt durch den erwärmten Speicher als vorgewärmte Zuluft in den Raum.

Vorteile u.a.:
- keine aufwändige Verrohrung nötig => einfacher nachzurüsten
- bedarfsgerechte Einstellung möglich

Nachteile u.a.:
- bei einigen Geräten die optische Beeinträchtigung
- mehr oder weniger Geräusche im Raum (Luftgeräusche, Umschaltvorgang, Geräusche von außen)
- häufigerer Filterwechsel (bzw. Reinigung) nötig wg. eher kleiner Filteroberfläche
- kein Erdwärmetauscher und keine zentrale Vorerwärmung möglich

PS: Die oft propagierte "günstigere Kostenseite" ist - bei einer an eine zentrale KWL in gleichmäßigem Luftwechsel u. Komfort heranreichende Auslegung - nicht wirklich vorzufinden.
Das liegt vor allem an der nötigen Anzahl der Geräte, den dazugehörigen Arbeiten, Leitungen, Steuerungen, etc.
__________

Natürlich gibt es noch ein paar weitere Varianten, die ich aber vorerst noch nicht alle hier aufführen möchte ...gerne aber auf Eure Anregung hin.

Zu der zentralen/dezentralen Konzepte gibt es hier eine schöne Gegenüberstellung: Vergleich RLT-Anlagen
__________

Als nächstes nochmal ein paar grundsätzliche und wichtige Punkte:


KWL: 2.2 Grundregeln

Das Nachströmen der Luft wird nicht dem Zufall überlassen

2.2 Was gibt es für wichtige Grundregeln für eine KWL?
(ab hier geht es - wenn nicht anders erwähnt - um eine zentrale KWL, also mit Abluft- u. Zuluft-Strängen)

Das ist eigentlich ein einfaches und kurzes Thema:

2.2.1 Möglichst gute Luft in den Räumen

Dazu muß die Luftmenge richtig geplant und die Anlage richtig betrieben werden.


Einmal muß das Gerät ausreichend dimensioniert sein, ebenso muss die Anzahl und Ausführung der Stränge und Ventile korrekt geplant und realisiert sein.

Und damit nicht nur die richtige Menge Luft für einen ausreichenden Austausch ankommt, müssen auch die Filter richtig gewählt und regelmäßig getauscht werden.

Nun noch die Luftansaugung richtig platzieren.

2.2.2 Eine möglichst saubere und "gesunde" Anlage

Hier ist zuerst drauf zu achten, daß die Anlagenteile alle in sauberem Zustand eingebaut werden und auch bis zum Schluß aller Arbeiten sauber bleiben.

Gefahr besteht hier vor allem durch jegliche Art von Staub (Schleifarbeiten, Arbeiten mit Kalk/Zement, Stemmarbeiten, Steinsäge, etc.) und Flüssigkeiten.

Damit die Anlage im Betrieb auch "clean" bleibt, bedarf es entsprechender Filter und einem regelmäßigen Wechsel der Filter. Bei ungewöhnlichen Belastungen der Außen- oder Innenluft, sind auch entspr. Maßnahmen nötig, wie z.B. besondere Filter (Feinfilter, Hepafilter, Aktivkohlefilter, etc.), kürzere Wechselintervalle oder besondere Reinigung der Ventile, etc..

Keinesfalls zusätzl. Quellen für Schmutz an die Anlage anschließen, wie z.B. Dunstabzugshaube, Staubsauger, Räume in denen schädliche oder gar giftige Substanzen auftreten können.

2.2.3 Regelmäßiger Betrieb der Anlage

Normal sollte die Anlage immer laufen ...also 24h/Tag, 365Tage/Jahr.

Wenn es Gründe gibt die Anlage abzustellen, so sollte dies nur für ein paar Stunden am Stück erfolgen.

Gründe könnten sein: Schwarzpulver-Rauch an Sylvester, zeitweise Geruchs- oder Schadstoffbelastung der Außenluft, Energieeinsparung während im Sommer eh einige Fenster und Türen offen sind.

Solange die Anlage läuft, wird sich auch keine Feuchte in der Anlage ansammeln, sondern anfallende Feuchte immer wieder von der Luft mitgenommen bzw. am Wärmetauscher anfallende Feuchte wie vorgesehen abgeführt.
Bakterien, Sporen, etc. können sich nur festsetzen/ausbreiten, wenn dauerhaft Feuchte ansteht.
Bei einer gut gewarteten und stetig betriebenen Anlage kann man das nahezu ausschließen.
(Planungs- u. Anlagenfehler mal ausgenommen.)

2.2.4 Keine störenden Geräusche, Luftbewegungen

Eine KWL soll ja den Komfort erhöhen und keinesfalls störend wirken.
Deshalb muß sie so konzipiert sein, daß es zu keinerlei störenden Geräusche oder störenden Luftbewegungen kommt (kommen kann).

Klingt einfach? Ist es auch.
Ein paar wesentliche (später näher bezeichnete) Regeln einhalten bezüglich der Luftmengen, der Luftführung, der Befestigung/Entkopplung von Bauteilen, usw. ...und schon bleibt die Anlage unhörbar leise.

2.2.5 Wo Zuluft? - Wo Abluft? ...

Auch das ist kein Hexenwerk ...aber ein erster Schritt in der Ausführungs-Planung:

Zuluft:
- grundsätzlich
  - für Ruheräume, das sind z.B. Schlafräume, Wohnräume wie Wohn- oder Wohn-Esszimmer, ...
  - für Büro's ...damit man dank ausreichend Sauerstoff klar denken kann
  - fast alle weiteren Räume die man nicht konkret als Abluft- oder Überströmraum sieht

Abluft:
- alle "belasteten" Räume, d.h.
  - die Küche, Bad, WC ... wo Dampf/Feuchte, Gerüche auftreten
  - Hauswirtschaftsraum, Technikraum ...auch hier kann die Luft mal feucht werden oder riechen
  - ggf. die höchste Stelle im Haus bzw. in sehr großen Räumlichkeiten zusätzl. zu einer Zuluft
  - ggf. in Räumen die von den anderen entkoppelt sein sollen (und dann Zu- u. Abluft bekommen)

Überströmräume:
- Räume ohne ständigen Aufenthalt, die zwischen einem Zu- u. Abluftraum liegen
  - wie Flur, Treppenhaus
  - Vorzimmer (ohne ständigen Aufenthalt von Personen)

nicht belüftete Räume:
- hierzu zählen vor allem Lagerräume mit "Frischware", welche durch ständigen Luftaustausch (und somit
  Feuchteabfuhr) sehr trockene Luft hätten und somit z.B. Gemüse/Obst verstärkt schrumpelt/austrocknet.
- Auch Räume welche sich außerhalb der gedämmten Gebäudehülle befinden, sollten nicht - oder nur
  nach reiflicher Überlegung mit eingebunden werden.


...weiter geht's mit:                            KWL: 2.3 Luftmenge

KWL: 2.3 Luftmenge


2.3 Wieviel Luftvolumen benötigt man für die einzelnen Räume bzw. insgesamt?

Hier gibt es verschiedene Ansätze, über "Art der Räume", "Personenzahl", "Nutzungprofil" oder "pauschal", etc. hinweg.

Meine Betrachtung ist immer gerne unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten ...also:

                               "Soviel wie nötig, so wenig wie möglich."

Immerhin kostet mehr Volumen auch mehr Betriebsstrom und mehr Anfangsinvest.

Dazu folgende Rechnung:

2.3.1 Luftvolumen nach Raumnutzung (Variante 1)

Dabei überlegt man für jeden Raum dessen normale Nutzung und mögliche Umwidmung später einmal (denn dafür muß man vorsorgen).

So gibt es dazu ein paar Grundüberlegungen:

Und zwar geht man hier von den Zulufträumen aus.
Es werden erst mal pauschale Werte angenommen. Bei Belegung mit mehr Personen, bei zusätzl. Belastung der Räume durch Raucher, Haustiere, etc. sind teils höhere Werte sinnvoll.

Schlafräume, Büroräume:
pro Person 20m³/h (Kubikmeter pro Stunde)
Beispiel: Elternschlafzimmer mit Doppelbett: 2x20 = 40m³/h

Wohnräume:
pro angefangene 10m² Wohnfläche 15-20m³/h
Beispiel: 28m² Wohn-/Esszimmer => 3x 15-20m³/h = 45-60m³/h

Abstellraum, ungenutzter Raum:
verminderter Luftwechsel, z.B. 5-10m³/h pro 10m² Wohnfläche

Nun wird es mal Zeit für die ersten Skizzen, hier mal unser "Beispiel-Haus".

Fangen wir mit den Zulufträumen im EG an:


EZ/WZ:
28qm = 3x angef. 10qm = 3x 15-20m³/h = 45-60m³/h
Hier lieber den höheren Wert erst mal nehmen ...der kleinere Wert wird dann interessant, wenn man später etwas ausgleichen muß zwischen Zu- und Abluftmenge.

Alternative: Auch hier kann man über die Anzahl der regelmäßig/üblicherweise im Raum befindlichen Personen rechnen ...bei 15-20m³/h pro Person käme mal wohl wieder so um einen Wert von 40-75m³/h ...hier und da auch mehr.

Abstell:
Hier müssen wir von der maximalen Nutzung ausgehen, also daß mal 2 Personen drin schlafen.
16qm Schlafzimmer für 2 Pers. = 2x 20m³/h = 40m³/h

Küche, Technik, WC/Dusche sind Ablufträume, da hier Feuchte und Gerüche anfallen.
Die behandeln wir später.
Flur/Treppe ist ein Überströmraum.
Die Speis wird hier auch als solcher defniert, da dort kein frisches Obst/Gemüse gelagert werden soll.

Nun gehen wir an die Zuluft des OG:

Büro/Gast:
Hier soll für 2 Gäste ausgelegt werden, also wie ein Schlafzimmer für 2 Personen => 2x 20m³/h = 40m³/h

Büro/KiZi:
Dieses ist als Büro für eine Person (ohne Publikumsverkehr) gedacht oder ggf. als Kinderzimmer für nur 1 Kind, also nur 1 Person jeweils => 20m³/h

SZ/Ankleide:
Hier soll besonders auf den Schallschutz geachtet werden, weshalb die Schlafzimmertür unten nicht so einen großen Schlitz für die Überströmung bekommen soll (durch den auch Geräusche vom Flur kommen könnten). Deshalb wird hier auch die Möglichkeit genutzt und der Verbund dieser beiden Räume mit Zu- und Abluft versehen. (Ohne Ankleide nur Zuluft.)
Im Bereich SZ braucht es Zuluft für 2 Personen => 2x 20m³/h = 40m³/h

Ankleide (in diesem Fall) und natürlich Bad/WC sind Ablufträume.
Der Flur ist ein Überströmraum.

Gleich weiter mit dem Thema Ablufträume:

Was (zwingend) Ablufträume sind, hab ich ja schon erklärt:
Überall wo Feuchte oder Gerüche anfallen ist Abluft zu realisieren.

Aber wie kommen wir hier auf die Luftmengen?

Mein Ansatz ist es, die Summe der Abluft auf die Ablufträume aufzuteilen.
Es gilt übrigens: Abluftmenge = Zuluftmenge,
sonst würde ein Über- od. Unterdruck entstehen, und den wollen wir nicht haben.

Zählen wir die Zuluft von EG u. OG zusammen, kommen wir auf ca. 200m³/h, also auch 200m³/h Abluft.

Die höchste Belastung hat man im großen Bad ...beim Baden/Duschen.
Auch das kleine Bad im EG hat eine Dusche, also sollte der Luftumsatz nicht zu knapp ausfallen.
Die Küche hat für gewöhnlich hohe Geruchsbelastung und auch viel Dampf, also ist auch hier eine hoher Luftwechsel nötig.
Dann kommt noch Technik und Umkleide mit etwas Abluft.

Mein Vorschlag:
Bad mit Du/WC 50m³/h - der größte Abluftraum
Bad mit Du i. EG 40m³/h - Feuchte durch Duschen und Gerüche
Küche auch 40m³/h - Dampf und Gerüche treten auf
Ankleide 30m³/h (mehr nicht, da sonst leicht Geräusche* auftreten können)
Technikraum noch 20m³/h (hier fallen kaum Gerüche, etc. an)

(*Ab einer bestimmten Luftmenge u. somit höherer Luftgeschwindigkeit steigt die Geräuschentwicklung im Ventil deutlich an.)

Blieben noch 20m³/h übrig, die man nun entweder auf die Räume mit höchster Belastung aufteilen kann, oder - wie mir nahegelegt wurde - durch ein zusätzl. Abluftventil im Flur des OG abfängt, und zwar relativ weit oben (Deckenbereich), da man dann die aufsteigende "wärmste Luft" über den Wärmetauscher zieht und somit zur Zulufterwärmung nutzt oder im Sommer eben die wärmste Luft (direkt unterm Dach) "raus saugt".

Wären wir - mit dieser Methode - bei folgenden Stand angekommen:



... und einer Gesamt-Luftmenge von normal 200m³/h.


Als "Kontrolle" kann man gleich die 2. Methode heranziehen:

2.3.2 Luftvolumen nach Luftwechsel-Faktor (Variante 2)

Für die offiz. Wärmebedarfsberechnungen wird meist ein höherer Luftwechsel (n=0,5/h) angenommen als in der Praxis nötig. Bewährte Praxiswerte sind meist n=0,3 bis 0,4/h - in Haushalten mit Rauchern oder Haustieren wie z.B. großen Hunden kann aber auch n=0,5/h zutreffen.

Mind. sollte man für den normalen Luftwechsel n=0,4/h planen ...runterdrehen kann man immer noch.
So wollen wir mal damit rechnen.

PS: n=0,4/h heißt anders gesagt, daß in einer Stunde 40% der Luft (Faktor 0,4) getauscht werden sollen.

Das Nettovolumen des Gebäudes ist in etwa das Luftvolumen (Einbauten, Möbel, etc. betrachten wir mal nicht mit).
Das EG hat 84m² Wohnfl. und 2,5m Deckenhöhe, also 84m² x 2,5m = 210m³ Volumen,
das OG hat 85,5m² Wohnfl. und wg. offener Decke und hohem Kniestock drschn. 3m Höhe,
dann also 85,5m² x 3m = 256,5m³

...in Summe also 466,5m³ Luftvolumen x Faktor 0,4/h = ~187m³/h.
Also liegen wir mit den veranschlagten 200m³/h (aus 2.3.1) keinesfalls zu niedrig und nah am nun errechneten Wert ..."was zu beweißen war" :o).

Eine Berechnung der einzelnen Räume mit Luftwechselfaktoren sehe ich nicht als zielführend (im Wohnbau).
Woran wollte man hierfür die Höhe des Faktors pro Raum festmachen?
Immer würde das Raumvolumen ein Hauptfaktor dabei sein ...was aber nicht ausschlaggebend ist für den nötigen Luftaustausch, sondern die effektive Belastung des Raumes, also z.B. der Eintrag an Feuchte u. Schadstoffen, der Verbrauch von Sauerstoff, usw.
Der Hauptfaktor wird hier meist die Anzahl an Personen im Raum sein ...und eben noch Dinge wie Rauchen, Haustiere, etc. Aber (ab einem bestimmten Raumvolumen) recht unabhängig von der Raumgröße.


2.3.3 Luftvolumen vom "Profi" berechnet (Variante 3)

Natürlich gibt es auch eine "professionellere" Berechnung ...mit einem Programm das man vorab mit entspr. Daten füttern muß. Das Ergebnis wird nicht wirklich deutlich von den anderen Varianten abweichen.

Hier mal solch eine Berechnung zu einem Haus das in etwa obigen Skizzen entspricht:


Der Luftwechsel im ersten "Arbeiten" hat sich in der Praxis als zu hoch rausgestellt, da der Raum eigentlich ein Abstellraum ist. Auch beim zweiten "Arbeiten" und bei "Gast" konnte man etwas zurückgehen. So wird das Gebäude heute mit ca. 140m³/h belüftet ...nur im Bedarfsfalle mit der "Partytaste" für eine begrenzte Zeit höher (Druck auf die Partytaste erhöht hier den Volumenstrom für 3 Stunden auf 250m³/h).

Das "WC" wird etwas höher gefahren, "Küche" und "Bad" etwas niedriger, ein Ventil im Technikraum (mit sehr geringem Luftdurchsatz) kam noch hinzu ...in Summe eben auch bei Abluft die 140m³/h im Alltagsbetrieb.

PS:
Es ist übrigens ganz normal, daß man die errechneten Werte ggf. in der Praxis etwas anpasst. Es kann Räume geben die schlechter gelüftet wirken als andere - da dreht man dann das Ventil etwas stärker auf. Im Gegenzug kann man bei Räumen die sehr gut durchlüftet scheinen durchaus auch etwas weiter zudrehen.
Tendieren mehrere Räume in die eine oder andere Richtung, sollte man zuerst den Gesamtvolumenstrom (am Gerät) nachregeln, dann erst pro Raum feinjustieren:

Mehrer Räume ungenügend durchlüftet => Gesamtvolumenstrom am Gerät erhöhen.
Mehrer Räume vermutlich mehr als nötig belüftet => Gesamvolumenstrom runter regeln.
Dann die einzelnen Räume auf ausreichende Belüftung prüfen.

Dies nur zur Erklärung warum die Berechnung nicht so exakt sein muß.


...weiter geht's mit:                                         2.4 Ventile

KWL: 2.4. Ventile

2.4 Wie soll man die Ventile anordnen? Und wieviele?

Das hängt überwiegend von den örtlichen Gegebenheiten ab.
Aber auch Faktoren wie Geräuschentwicklung und Kosten wirken mit.


2.4.1 Zuluftventile

Bevorzugt sollte man ein Ventil mit möglichst großem Abstrahlwinkel zu realisieren versuchen, das ist dann z.B. ein 360° Deckenventil / Tellerventil, hier eine der gebräuchlichsten Formen

einfaches 360°-Zuluftventil     (Quelle: Wolf GmbH)
Diese Ventile gibt es in verschiedenen Baugrößen, z.B. für die direkte Montage auf das Ende von Rohren mit Durchmesser 80mm / 100mm / 125mm / 160mm / 200mm.

Sie sind ab ca. EUR 15,- pro Stück erhältlich, werden einfach aufgeschoben (üblicherweise klemmen Sie sich selbst mit 3 Federstahlbügeln fest), sind leicht zu reinigen, durch einfaches Drehen am Teller einstellbar, sehr unauffällig und haben sich seit Jahrzehnten bestens bewährt.

Der Vorteil der 360°-Abstrahlung ist der, daß bei möglichst großer Länge der Öffnung (hier eben "ringsum") die nötige Luftmenge gut verteilt wird, dadurch die Luftgeschwindigkeit relativ niedrig bleibt, was Geräuschentwicklungen mindert, weit wirkende Luftströme vermeidet und ein gleichmäßiges "Einquellen" der Luft in den Raum begünstigt.

Diese "Deckenventile" sind übrigens auch an Wänden einsetzbar. Nachfolgende Empfehlung zur Anordung hierbei einfach äquivalent beachten.

Für die Anordnung läßt sich folgende (grobe) Richtlinie aufstellen:

Beispiel für eine Anordnung:

Details:

Sind die Ventile recht nah an der Wand, prallt der Luftstrom gegen diese und fällt dort nach unten* ab.
*nach unten, da die Zuluft üblicherweise etwas kühler ist als die Raumluft. 


Ein frühes Überkreuzen der Luftströme hat den gleichen Effekt: 2 Luftmassen welche etwas kälter sind als die Raumluft treffen zusammen und weichen zwangsläufig nach unten aus (=> Kaltluft fällt nach unten).


Sind die Venteile nah an der Tür und quillt die Luft über diese eher langsam in den Raum ein, so geht die frische Luft schnell hin zu den Überströmöffnungen, da hinter diesen ein geringerer Luftdruck herscht.
Folglich wird der abgewandte Teil des Raumes nicht ordentlich von Frischluft durchströmt.

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Alternative für den Wandeinbau sind sogenannte Schnabelventile / Weitwurfdüsen, welche zwar optisch erst mal auffälliger sind, aber durchaus ihre anwendungstechnische Berechtigung haben.

Weitwurfdüse "Schnabelventil"   (Quelle: bauweise.net)

Diese Ventile sind ebenfalls für die direkte Montage auf eine Lüftungsrohr vorgesehen, meist nur für Durchmesser 100mm.

Der Preis ist etwas höher, ab ca. EUR 30,- pro Stück. Sie sind ebenfalls leicht zu reinigen. Die Einstellung erfolgt von außen durch eine Schraube, durch welche die Weite des Schnabels reguliert wird.

Eingesetzt wird sie vor allem dann, wenn von der Wand weg in den Raum "eingestrahlt" werden soll, z.B. wenn sich Zuluft-Außlässe auf der Türseite des Raumes befindet und ein einfaches Einquellen dazu führen würde, daß die zugeführt Frischluft gleich wieder zur Überströmöffnung (üblicherweise Türspalt zum Boden hin oder Zargenlüftung) rausgehen würde. Die Luftgeschwindigkeit ist hier - gewollt - höher, weswegen man bei hoher Luftmenge diese besser auf mehrere Ventile verteilt, um eine Geräuschentwicklungen zu verhindern.

Hier folgt die Anordnung einem anderen Ansatz:

Der "weite Wurf" der Luft in den Raum hinein:




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(Quelle: Dimplex)
Zudem gibt es noch Varianten dieser Ventile, z.B.

(Quelle: Extrem-House)

















...demnächst: Abluft-Ventile und deren Anordnung.

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Bald gehts weiter!

hier wird immer wieder noch ein wenig dran gearbeitet...